Amsterdam

Die Wohnung ist so leer, dass man im Flur sein eigenes Echo hört. Wir haben nur noch einen Schlüssel und fühlen uns fast ein wenig fremd in den eigenen vier Wänden. Zum Glück haben wir unsere Nachbar-Gang. Beim gemeinsamen Pizzabacken gegenüber ist alles wie immer, nur dass der Abschied dieses Mal nicht nur bis zum nächsten Tag ist. In der Nacht hat es noch einmal geschneit und die winterliche Kulisse lässt die Vorfreude auf satte 35°C in Buenos Aires steigen.

Schnee zum Abschied

In der Frühe versuchen wir das erste Mal unser Glück mit dem Trampen. Nach einer Stunde sind die Füße eingefroren. Ein einziger Fahrer hält an, könnte uns statt bis Maastricht nur nach Laurensberg mitnehmen. Dann also doch Plan B. Es geht mit dem Bus nach Maastricht und von dort mit dem Zug nach Amsterdam.

Per Anhalter

Hier haben wir einen Schlafplatz für zwei Nächte in einem Hostel, in dem man auf Dauer vermutlich eine Klaustrophobie entwickelt. Wir müssen uns an den Geruch nach Gras gewöhnen, der einem überall entgegen schlägt und der nachts durch die geöffneten Fenster in das brüllend heiße Zimmer zieht. Schon morgens sehen wir Leute mit Tüte (und Red Bull) durch die Straßen schlendern.

Unser erster Weg führt uns wie beim letzten Besuch direkt in die öffentliche Bibliothek der Stadt. Hier gibt es neben hervorragender Literatur zur Geschichte der Stadt und einer bunten Auswahl an Reiseführern im siebten Stockwerk eine Kantine mit Blick über die Stadt, in der die frischen Zutaten wie an einem Marktstand präsentiert werden. Wer vorher keinen Appetit hatte, bekommt ihn hier.

Wir müssen uns erst daran gewöhnen, dass wir uns jetzt Zeit lassen können mit allem, wonach uns gerade ist.

In der Bibliothek

Auch ungewohnt ist es, an jeder Ecke einen kostenlosen Internetzugang vorzufinden, egal ob Supermarkt, Kneipe oder Apotheke. Wir müssen beide lachen, weil wir uns dabei ertappen, gleichzeitig darüber zu schwadronieren, wie rückschrittlich Deutschland in diesen Zusammenhang wirkt (es bedarf einer „Debatte“ angestoßen vom Minister für Verkehr und Infrastruktur, um öffentliches WLAN in Behörden zu etablieren). Hier macht man einfach. Lässig wäre ein Attribut, mit dem man Amsterdam und seine Bewohner ganz treffend beschreiben kann.

Wir stellen fest, wie viel schöner sich eine Stadt anfühlt, in der es Wasser gibt. Und daran mangelt es in Amsterdam nicht. Wie in einem großen Teil der Niederlande, liegen auch in der Hauptstadt nur wenige Stellen oberhalb des Meeresspiegels.

Reiher

In der Karte haben wir versucht darzustellen, wie das Gebiet ohne die Landgewinnungs- und Überflutungsschutzmaßnahmen aussehen würde. Viel Stadt bliebe nicht übrig.

Amsterdam unter dem Meeresspiegel

Während wir zunächst damit hadern, dass sich die Privatsphäre auf 80x190cm im Doppelstockformat reduziert, kommen wir mit zwei „Mitbewohnern“ unseres Achtbettzimmers ins Gespräch. Wie sich herausstellt sind Flavio und Enrico genau daher, wohin wir uns am nächsten Tag auf den Weg machen: Buenos Aires! Für die beiden ist es die erste Europareise. Wir werden mit allerlei Tipps für unseren Start in Argentiniens Hauptstadt versorgt und die beiden wundern sich über unsere Vorfreude. Es sei doch „nur“ Buenos Aires 🙂

 

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2 Antworten zu Amsterdam

  1. Chrischi schreibt:

    Da kann man euch nur noch Bon Voyage wünschen!
    Habt eine wunderbare Zeit. Ich freue mich auf den nächsten Eintrag!

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