Gastfreundschaft auf argentinisch

Wir sind noch keine ganze Woche in Argentinien und bereits das erste Mal von Abschiedsschmerz erfüllt. Fünf Tage haben wir bei Martin und seinen Eltern in Buenos Aires verbracht. Was als anonyme Couchsurfing-Anfrage im Internet begann wird schnell zu Freundschaft. Wir sind auf Anhieb ein Teil der Familie. Am Abend kommen die Großeltern zu Besuch, es gibt Empanadas, guten Wein und Anekdoten, über die wir uns vor Lachen fast verbiegen.

Europäisch geprägte Architektur

Die Gastfreundschaft ist überwältigend und macht unseren Start in der argentinischen Hauptstadt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Von unschätzbarem Wert sind die Tipps, die wir von Martin und seiner Mutter Diana bekommen. Die beiden kennen sich nicht nur in ihrer Heimatstadt aus, sondern im ganzen Land! Am Samstag nimmt sich Martin frei und fährt uns in seinem Jeep durch die Stadt. Wir sind baff darüber, was er alles zu erzählen weiß. Die Tour hat den angenehmen Nebeneffekt, dass wir nun auch die Stadtviertel sehen, vor deren Betreten wir von den beiden immer ausdrücklich gewarnt wurden. Am Tag sieht es hier fast überall sehr friedlich aus.

Straßencafé in Tigre

Buenos Aires ist gigantisch! Beim Blick auf das Satellitenbild sieht man, wie sich das Siedlungsgebiet entlang der Mündung des Rio de la Plata ausgebreitet hat. Der Fluss trägt jede Menge Sedimente mit sich und verfärbt die ganze Bucht braun.

Großraum Buenos Aires

Die autonome Stadt Buenos Aires, selbst schon riesig, ist nur ein kleiner Teil des gesamten Siedlungsgebietes (in der Karte rot umrahmt). Selbst als wir uns nach Tigre aufmachen, einem Ferienort in 30 km Entfernung, an dem die Hauptstädter ihren Urlaub in kleinen Ferienhäuschen im Flussdelta verbringen, fahren wir mit dem Zug nicht ein einziges Mal durch unbewohntes Gebiet. Es wechseln sich in exakter Regelmäßigkeit Hochhausviertel mit Vierteln von Einfamilienhäusern und kleinen Villen ab.

Tigre - Das Feriendomizil

Buenos Aires fühlt sich für uns sehr lebenswert an. Das liegt einerseits an den vielen Parks und den lebendigen Stadtvierteln und der bunten Mischung architektonischer Stile, andererseits an den Menschen, die uns als Fremden die Tür geöffnet haben.

Palermo Viejo

 

Wir fahren der untergehenden Sonne entgegen, im Gepäck Martins Abschiedsgeschenk, einen Topf dulce de leche, eine Art Karamellcreme, die es immer zum Frühstück gab und die uns an ihn erinnern soll.

Martin und Diana

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2 Antworten zu Gastfreundschaft auf argentinisch

  1. GerNerd vom Planeten 021a schreibt:

    Solch eine Karamellcreme wird in Chile – so weiß ich von einer guten Freundin, deren halbes Herz chilenisch ist – auch gerne selbst zubereitet, indem gezuckerte Dosenmilch so lange im Wasserbad erhitzt wird, bis der Zucker karamellisiert. Sie schwört darauf 🙂

    • Michael schreibt:

      Dulce de leche wird uns auf unserer Reise sicher noch häufiger begegnen. Das Rezept mit der Dosenmilch kennen wir aus Russland – da ist das auch der Hit!

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