Halbzeit

Halbzeit

Mittlerweile haben wir drei Monate in Argentinien, Chile, Bolivien und Peru verbracht und damit die Halbzeit unserer Reise erreicht. Die Karte zeigt unseren bisherigen Reiseverlauf mit seinen einzelnen Stationen. Dazu haben wir ein paar Erkenntnisse und Feststellungen der ersten Hälfte unserer Reise zusammengetragen.

  • In Argentinien findet man überall schnellen und freien Zugang zum Internet (sogar die öffentlichen Parkanlagen verfügen über Access-Points). In Bolivien hingegen ist selbst dort, wo mit Zugang geworben wird keinesfalls sicher, dass dieser tatsächlich funktioniert. Das ist ein Grund für das Ungleichgewicht in unserer Berichterstattung.
  • Die Ernährung wird dominiert von Fleisch, länderübergreifend.
  • In Bolivien und Peru fällt eine Verschiebung der Preisverhältnisse auf. Man kann mittags am Markt für umgerechnet einen Euro fünfzig ein Zwei-Gänge-Menü bekommen. Geht man hingegen abends aus, kann die Pizza gut das Doppelte einer Übernachtung kosten.
  • Die besten Sandwiches haben wir in Chile gegessen, das beste Steak in Argentinien, die beste Torte in Bolivien und das beste Ceviche in Peru.
  • Wir haben bisher erst zweimal am Straßenrand, bzw. in der Wartehalle schlafen müssen, weil wir mitten in der Nacht in einer Stadt ankamen.
  • Die aufregendste Taxifahrt glich einem Formel 1 Rennen von Potosí nach Sucre.
  • Der Lonely Planet sinkt in unserer Gunst beständig, viele Angaben sind – Verzeihung – Bullshit!
  • Es macht viel Freude, Reisebekanntschaften wiederzutreffen.
  • Heiße Dusche heißt hier in vielen Fällen zwischen lauwarmen Tropfen hin und her zu hüpfen.
  • Eine Dusche in Bolivien kann angesichts der unisolierten Stromleitungen zu den Durchlauferhitzern im Duschkopf ein elektrisierendes Erlebnis sein. Ein Sicherungskasten unter der Dusche scheint hier auch niemandem ernsthafte Sorgen zu bereiten.
  • Große Literatur: Bei der Einweihung der ersten steinbefestigten Straße mit dazugehöriger Laternenbeleuchtung in Coroico/ Bolivien haben wir uns unvermittelt in Garcia Marques‘ Macondo versetzt gefühlt.
  • Wir haben DIE Todesstraße auf dem Fahrrad überlebt und viele andere in Bussen.
  • Freunde von „zu Hause“ zu treffen ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl.
  • Das Essen an Busterminals schmeckt fast ausnahmslos kacke.
  • Streng genommen haben wir uns länger in kalten Umgebungen aufgehalten, als in warmen.
  • Der Lüge überführte Bolivianer legen einen sehr weinerlichen Tonfall an den Tag.
  • Man kann vor 12 Uhr mittags bereits eine Stunde gefrühstückt, 1.000 Höhenmeter aus einer Schlucht heraus erklommen, alte Freunde wiedergetroffen, einen Kaffee getrunken haben und eine Stunde im Bus gefahren sein.
  • Die besten Museen haben wir in Arequipa/ Peru und Santiago de Chile besucht. Die komischsten in Sucre/ Bolivien.
  • Die meisten Traveler kommen (in absteigender Reihenfolge) aus Frankreich, Israel, Deutschland.
  • Zelten am Strand der Isla del Sol im Titicacasee fühlt sich an wie Urlaub am Meer, nur eben fast 4 km über dem Meeresspiegel (nur eben mit den höhenbedingten Ausfallerscheinungen).
  • Alpaca schmeckt erstaunlich gut, Meerschwein haben wir (noch) nicht probiert.
  • Cocablätter (Rohstoff zur Kokainherstellung) helfen tatsächlich gegen allerlei Wehwehchen, insbesondere gegen Höhenkrankheit.
  • Der Kaffee wird stetig schlechter.
  • Wir freuen uns, immer mal wieder ein paar Nächte im Zelt schlafen zu können.
  • Manche Hostelbetten machen den zusätzlichen Einsatz einer Luftmatratze erforderlich, um nicht mit chronischen Rückenschäden auszuchecken.
  • Rauchmelder an vier Meter hohen Decken, deren Batterien die Puste ausgeht, können einen um den Schlaf bringen.
  • Die Menschen in Rosario/ Argentinien sind die sportlichsten.
  • Nach etwa anderthalb Monaten musste ich nicht mehr an die Arbeit denken.
  • Die Reisepläne für die Zukunft werden immer länger und länger.
  • Wir freuen uns jedes Mal über Feedback auf die Beiträge im blog.
  • In bisher jedem Land fällt der Anteil der internationalen Nachrichten in Tageszeitungen erschreckend gering aus.
  • In Argentinien herrscht Schokoladenmangel.
  • Die Märkte in Bolivien sind die buntesten und quirligsten.
  • Chile war im Verhältnis am teuersten.
  • In Chile scheint der Raub von Geldautomaten (jawohl, ganzen Automaten!) ein Volkssport zu sein. Entsprechend hoch ist hier die Präsenz privater Sicherheitsunternehmen.
  • Wir haben bei unseren Couchsurfingaufenthalten ausnahmslos neue Freunde hinzugewonnen.
  • Kekse helfen dabei, einen müden Fahrer von 30 auf 100 km/h hochzufüttern.
  • Wir haben in 3 Monaten insgesamt 224 Stunden (!) in fahrbaren Untersätzen verbracht (Fern- und Minibusse, Taxis, PKW, Jeep, LKW, Boot).
  • Wir sind kein einziges Mal in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.
  • Von 8 gleichzeitig abgeschickten Postkarten kam eine an.
  • Von drei Städten können wir uns vorstellen, für längere Zeit dort zu leben.
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3 Antworten zu Halbzeit

  1. Rudi schreibt:

    krass, schon Halbzeit? Das geht echt schnell! Ich warte auf die Bilder der Meerschweinchensteaks 🙂 (Die fallen bestimmt recht klein aus… „einmal 5g (Meer)Schweinenacken, bitte“ 😀 )

  2. Michael schreibt:

    Ich fürchte auch, dass da die Beilagen den Job der Sättigung übernehmen 😉

  3. David schreibt:

    Wir hatten das Problem keine Meerschweinchen zum essen zu finden…

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