Angenehme Überraschung

Plaza de Armas

In Iquitos fällt der Abschied wieder einmal schwer. Die Großeltern einer sehr guten Freundin haben uns in ihrem gemütlichen Haus im Stadtzentrum wie die eigenen Enkel umsorgt. Opa Casimiro gibt uns mit auf den Weg, in Lima nicht zu viel Zeit zu verbringen. Die Stadt sei nicht besonders ansehnlich und zudem gefährlich. Eine Einschätzung, die offenbar viele seiner Landsleute teilen. In etlichen Gesprächen wurde schon abgewunken, wenn man Lima als Reiseziel aufzählte. Also begeben wir uns mit niedrigen Erwartungen in die Hauptstadt. Wir sollen überrascht werden!

Am Flughafen zunächst das übliche Spiel. In der Ankunftshalle wird man von allen Seiten bedrängt: „Taxi – very cheap!“ Was das bedeutet wissen wir. Da wir per Inlandsflug kamen, ist die Meute bei uns nicht ganz so aggressiv, nervt aber trotzdem. Wir schütteln alle Fahrer ab, die zum Teil mehr als das Dreifache des regulären Preises verlangen. Außer uns sind nur wenige Gringos am Gate und die haben dann auch alle einen Abholservice. Also schlendern wir zu den internationalen Ankünften und finden tatsächlich eine Reisegefährtin. Zu dritt ist der (immer noch üppige) Preis deutlich leichter zu stemmen. Und da wir auch keine Hostelreservierung haben, fahren wir mit Carol einfach zu ihrer Unterkunft. Hier am Kennedypark brummt auch nach Einbruch der Dunkelheit das Leben. Miraflores gehört zu den angesagten Stadtvierteln, was man dem Gastronomie- und Einzelhandelsbesatz auch auf den ersten Blick ansieht.

In Miraflores finden wir spontan keinen Platz mehr, also machen wir uns ins benachbarte Barranco auf. Unsere Unterkunft liegt in einer ruhigen Seitenstraße und die heranwehende Brise riecht nach Meer. Auch hier flanieren Touristen und Einheimische auf den gepflegten Promenaden. Während Bekki müde aber nicht hungrig ist, knurrt mir der Magen und ich habe Hummeln im Hintern. Also erkunde ich die gastronomische Landschaft und stolpere gleich im ersten Chifa über Julia und Ulrik aus Dänemark, die mit uns zusammen zum Machu Picchu gewandert sind.

Unser Ausflug am nächsten Morgen führt uns parallel zur Pazifikküste durch Barranco und Miraflores. Die Eindrücke entsprechen überhaupt nicht dem Bild, das wir von Lima hatten. Zudem können viele Dinge erledigt werden, für die es in den Städten und Dörfern der letzten Wochen keine Gelegenheit gab. Nach dem Totalausfall von Rebekkas Kamera muss jetzt endlich Ersatz her. Hier gibt es gut sortierte Elektronikgeschäfte und Verkäufer, die etwas von ihren Produkten verstehen. Und endlich gibt es wieder Buchhandlungen! Auf manche Annehmlichkeiten kann man eben doch nicht so lange verzichten. Durch druckfrische Bücher zu blättern gehört für mich zweifelsfrei dazu.

Zwar hauen uns die Museen in Lima nicht vom Hocker, aber der Kaffee ist gut und die Aussicht vom Cerro San Cristobal auf die Stadt ist auch nicht zu verachten. Wider Erwarten sind die Tage hier in Lima erstaunlich erholsam und ein angenehmer Zwischenstopp auf dem Weg nach Norden.

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